Wissenschaft

Akademischer Lebenslauf:

Seit April 2021

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literatur und Literaturtheorie an der Universität Greifswald

Okt. 2020 – Feb. 2021

Lehrbeauftragter an der Universität Greifswald

Apr. 2017 – Sept. 2020  

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am GRK1767 – Faktuales und fiktionales Erzählen an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.

Okt. 2016April 2021

Promotion im Fach Neuere deutsche Literaturgeschichte

2014 – 2015       

Studium in Graduate Studies an der University of Massachusetts, Amherst

2013 – 2016      

M.A. Neuere Deutsche Literatur, Kultur und Medien, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.

2010 – 2013

B.A. Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft (HF) / Geschichte (NF), Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.

Forschungsinteressen:

– deutsche und amerikanische Literatur des 20./21. Jahrhunderts
– digitale Literatur und Literatur im Internet
– Verhältnis Literatur und Gesellschaft
– Verhältnis von Literatur und Medien
– Literaturbetriebsforschung
– literarische Subkulturen
– genderorientierte Literaturwissenschaften

Promotionsprojekt (verteidigt am 14. April 2021):

Der Wirklichkeit verfallen – Beat- und Undergroundliteratur im deutschsprachigen Raum 1960 – 1980 

Das Dissertationsvorhaben besteht in der Erschließung der deutschsprachigen Beat- und Undergroundliteratur, die sich seit Mitte der 1960er Jahre im deutschsprachigen Raum zu entwickeln begann. Neben der populären amerikanischen Film- und Musikkultur kamen mit Beginn der 1960er Jahre auch die Literatur von Schriftstellern wie der Beatautoren Jack Kerouac, W.S. Burroughs, Allen Ginsberg und des Underground-Dichters Charles Bukowski nach Deutschland. Eine Literatur, die sich durch ethische und ästhetische Grenzüberschreitungen sowie ein Streben nach literarischer Authentizität charakterisieren lässt. Vor allem aber zeichnet eine enge Verbindung zwischen dem Leben der Autoren und ihrem literarischen Schaffen diese Werke aus. Die Rezeption vollzieht sich entsprechend vor dem Hintergrund der Biographie und Selbstinszenierung ihrer Verfasser, wodurch eine Spannung zwischen Faktualität und Fiktionalität entsteht, die als konstituierend für die Werke der deutsch- und englischsprachigen Beatliteratur angesehen werden muss, da sich in eben jener Verankerung in der Biographie der Verfasser der Grundgedanke des beatliterarischen Schreibens zeigt. Neben dem inzwischen kanonisierten Rolf Dieter Brinkmann fanden zahlreiche junge deutsche Schriftsteller wie Jürgen Ploog, Jörg Fauser und Carl Weissner in dieser provokanten Literatur, eine Alternative zur etablierten westdeutschen Literatur dieser Jahre. Durch persönliche Kontakte zu den Amerikanern, durch Übersetzungen und eigene Arbeiten entwickelten sie eine deutschsprachige Beat- und Undergroundliteratur, die sich an den englischsprachigen Vorbildern anlehnte und einen rebellischen Gegenpol zur Aufarbeitungs- und Gesellschaftsliteratur um die Gruppe 47 bildete. Die Werke der deutschen Beatliteraten umfassen neben Gedichten und Erzählungen auch experimentelle Romane im Cutup- Stil und essayistische Texte und stellen einen Gegenkanon bundesrepublikanischer Literatur dar, dessen Einfluss auf die sogenannte Popliteratur der 1990er Jahre deutlich erkennbar ist.

(erscheint im Mai 2022 bei transcript)

Wissenschaftliche Veröffentlichungen:

  • Ein Blick zurück in die Gegenwart. Marius Goldhorns Park im Spiegel des technischen Fortschritts. In: Eckhard Schumacher; Elias Kreuzmair (Hrsg.): Schreibweisen der Gegenwart. Zeitreflexion in literarischen Texten nach der Digitalisierung (im Druck).
  • Agenten in der Timeline – Literarisches Schreiben auf Twitter. In: Variations 27: Soziale Medien / social media / réseaux sociaux, (im Druck).
  • Live-Archive. Twitter als inszenierbares Notizbuch für Autor*innen. In: Schreiben, Text und Autorschaft – Zur Thematisierung, Inszenierung und Reflexion von Schreibprozessen in ausgewählten Medien und historischen Selbstzeugnissen, hrsg. von Carsten Gansel, Kathrin Lehnen & Vadim Oswalt (im Druck).
  • Wer liest was? Die Konstruktion des männlichen Lesers in der Gegenwartsliteratur. Beitrag zum Workshop Unterstellte Leseschaften am 29./30. September am KWI Essen.
  • Das Hinterland des Paradieses – Erzählungen aus den Abgründen des Hippietraums.
    In: Mathis Lessau; Theresa Hiergeist (Hrsg.): Glücksversprechen. Inszenierung und Instrumentalisierung alternativer Lebensentwürfe in den Gegenwartskulturen, Bielefeld 2021, S. 109-123.
  • Jump’n’Read – Erzählen, Zeit und Internet. In: Avenue: Wissenskultur, No. 8, Die Zeit ist knapp, 2020.
  • „Schluss mit Mythen“. Die Erlebnishaftigkeit des ‚Normalen‘ in den Erzählungen von Jörg Fauser. In: Mathis Lessau; Nora Zügel (Hrsg.): Rückkehr des Erlebnisses in die Geisteswissenschaften? Philosophische und literaturwissenschaftliche Perspektiven, Baden-Baden 2019, S. 189 – 203.
  • Die Ehe, In: Döblin-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, hrsg. v. Becker, Sabina, Stuttgart 2016, S. 223 – 228.
  • mit Tilmann, Elisabeth. Tagungsbericht: Herrschaftserzählungen. Wilhelm II. in der Kulturgeschichte. Tagung des Graduiertenkollegs „Faktuales und Fiktionales Erzählen“, Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) vom 17.07.2014 – 19.07.2014.

Wissenschaftliche Vorträge:

  • Interventionen der Girls. Literarische Spielarten feministischer Aktion.
    Tagung Von der Anekdote zum Hashtag – Perspektiven auf die politische Kommunikation kleiner (literarischer) Formen am 25./26. Juni 2021 an der Universität Basel.
  • Warte, warte nur ein Weilchen. Faszination und Problematik der True Crime-Erzählungen. Tagung Kriminalerzählungen der Gegenwart am 23./24. April 2021 an der Universität Bonn.
  • An allen Orten zugleich – Glokales Erleben und Digitalisierung in der Literatur.
    Tagung Digitalisierung: Erzählen von einer Zäsur am 21./22. Januar 2021 an der Universität Innsbruck.
  • Männerliteratur? Männerromane? – Die Konstruktion des männlichen Lesers in der Gegenwartsliteratur. Workshop Unterstellte Leseschaften am 29./30. September am KWI Essen.
  • Live-Archive. Twitter als inszenierbares Notizbuch für Autor*innen. Tagung Schreiben, Text und Autorschaft – Zur Thematisierung, Inszenierung und Reflexion von Schreibprozessen in ausgewählten Medien und historischen Selbstzeugnissen am 26. – 28. Februar 2020 an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
  • Debatten zwischen Retweets, Favs und Drukos – Twitter als Kommunikationstool in den Geisteswissenschaften.
    19./20. Februar 2020 auf der Tagung Geisteswissenschaften in den 2020ern im FRIAS an der Universität Freiburg.
  • Hinterland of the Mind: Travel and Movement in German Beat Literature.
    Am 10. Oktober 2019 auf der 8. Jahreskonferenz des European Beat Studies Network zu Moving Geographies. Literature of Travel and Migration, 9.-12. Oktober 2019 in Nikosia, Zypern.
  • Das Hinterland des Paradieses – Erzählungen aus den Abgründen des Hippietraums. Am 20. September 2019 auf der Tagung Glücksversprechen. Inszenierungen und Instrumentalisierungen alternativer Lebensentwürfe in den Gegenwartskulturen 19./20. September 2019 an der FAU Nürnberg-Erlangen.
  • On the road to the BRD. Deutsch-amerikanischer Literaturtransfer im Zeichen der Beatliteratur.
    Am 15. Juli 2017 auf der Nachwuchstagung Literaturkontakte. Texte – Kulturen – Märkte im Literaturbüro Freiburg.
  • Vorstellung des Dissertationsprojekts auf der Siebten Sommerakademie Schweizer Literatur Avantgarden und Avantgardismus. Programme und Praktiken emphatischer kultureller Innovation vom 26. Juni – 1. Juli 2016 im Centre Dürrenmatt in Neuchâtel, Schweiz.

Lehrtätigkeit:

SoSe 2019: Rebellen im Literaturbetrieb. Beat- und Undergroundliteratur in West
Deutschland 1960 – 1980.

WiSe 2020/21: Grundlagen der Textanalyse

SoSe 2021: Von der Idee über den Essay zur Debatte – Wie funktioniert Feuilleton im Internet? (Lehrauftrag an der Universität Mannheim)

SoSe 2021: Textanalyse – Literatur und Wahnsinn

SoSe 2021: Aufbruch und Beharrung – Tendenzen der deutschen Nachkriegsliteratur 1945-1965

SoSe 2021: Bild und Ton im Text – Populäre Medien und Literatur des frühen 20. Jahrhunderts

SoSe 2021: Faktuale Literatur – Faktuales in der Literatur

Preise und Stipendien:

2016: Freiburger Förderpreis zur Unterstützung eines Forschungsaufenthalts im Literaturarchiv Marbach

2014/15: Baden-Württemberg-Stipendium für ein Studienjahr in den USA

Teilnahme an Akademien:

26. Juni – 1. Juli 2016: Siebte Sommerakademie Schweizer Literatur Avantgarden und Avantgardismus. Programme und Praktiken emphatischer kultureller Innovation im Centre Dürrenmatt in Neuchâtel, Schweiz.

17.- 31. August 2013: Weimarer Sommerkurs Bürgertum und Zivilgesellschaft. Das „Laboratorium Weimar“ als Lernort gesellschaftspolitischer Utopien.

Mitgliedschaften:

Mitglied des European Beat Studies Network