Wissenschaft

Akademischer Lebenslauf:

2010 – 2013        B.A. Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaft (HF) / Geschichte (NF), Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.

2013 – 2016       M.A. Neuere Deutsche Literatur, Kultur und Medien, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.

2014 – 2015        Studium in Graduate Studies an der University of Massachusetts, Amherst

Seit Okt. 2016   Promotion im Fach Neuere Literaturgeschichte

Seit Apr. 2017   Wissenschaftlicher Mitarbeiter am GRK1767 – Faktuales und fiktionales Erzählen an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.

Forschungsinteressen:

– deutsche und amerikanische Literatur des 20./21. Jahrhunderts
– digitale Literatur und Literatur im Internet
– Verhältnis Literatur und Gesellschaft
– Verhältnis von Literatur und Medien
– Literaturbetriebsforschung
– literarische Subkulturen
– genderorientierte Literaturwissenschaften

Promotionsprojekt:

Der Wirklichkeit verfallen – Beat- und Undergroundliteratur im deutschsprachigen Raum 1960 – 1980 [Arbeitstitel, voraussichtlicher Abschluss im Juni 2020] (Betreuer/Betreuerin: Prof. Dr. Michaela Holdenried, Dr. Eva von Contzen)

Das Dissertationsvorhaben besteht in der Erschließung der deutschsprachigen Beat- und Undergroundliteratur, die sich seit Mitte der 1960er Jahre im deutschsprachigen Raum zu entwickeln begann. Neben der populären amerikanischen Film- und Musikkultur kamen mit Beginn der 1960er Jahre auch die Literatur von Schriftstellern wie der Beatautoren Jack Kerouac, W.S. Burroughs, Allen Ginsberg und des Underground-Dichters Charles Bukowski nach Deutschland. Eine Literatur, die sich durch ethische und ästhetische Grenzüberschreitungen sowie ein Streben nach literarischer Authentizität charakterisieren lässt. Vor allem aber zeichnet eine enge Verbindung zwischen dem Leben der Autoren und ihrem literarischen Schaffen diese Werke aus. Die Rezeption vollzieht sich entsprechend vor dem Hintergrund der Biographie und Selbstinszenierung ihrer Verfasser, wodurch eine Spannung zwischen Faktualität und Fiktionalität entsteht, die als konstituierend für die Werke der deutsch- und englischsprachigen Beatliteratur angesehen werden muss, da sich in eben jener Verankerung in der Biographie der Verfasser der Grundgedanke des beatliterarischen Schreibens zeigt. Neben dem inzwischen kanonisierten Rolf Dieter Brinkmann fanden zahlreiche junge deutsche Schriftsteller wie Jürgen Ploog, Jörg Fauser und Carl Weissner in dieser provokanten Literatur, eine Alternative zur etablierten westdeutschen Literatur dieser Jahre. Durch persönliche Kontakte zu den Amerikanern, durch Übersetzungen und eigene Arbeiten entwickelten sie eine deutschsprachige Beat- und Undergroundliteratur, die sich an den englischsprachigen Vorbildern anlehnte und einen rebellischen Gegenpol zur Aufarbeitungs- und Gesellschaftsliteratur um die Gruppe 47 bildete. Die Werke der deutschen Beatliteraten umfassen neben Gedichten und Erzählungen auch experimentelle Romane im Cutup- Stil und essayistische Texte und stellen einen Gegenkanon bundesrepublikanischer Literatur dar, dessen Einfluss auf die sogenannte Popliteratur der 1990er Jahre deutlich erkennbar ist.

Wissenschaftliche Veröffentlichungen:

  • Agenten in der Timeline – Literarisches Schreiben auf Twitter. In: Variations 27: Soziale Medien / social media / réseaux sociaux, (Beitrag bestätigt, erscheint im Herbst 2020).
  • Jump’n’Run – Erzählen, Zeit und Internet. In: Avenue: Wissenskultur, No. 6, Die Zeit ist knapp, 2020 (erscheint im April 2020).
  • „Schluss mit Mythen“. Die Erlebnishaftigkeit des ‚Normalen‘ in den Erzählungen von Jörg Fauser. In: Mathis Lessau; Nora Zügel (Hrsg.): Rückkehr des Erlebnisses in die Geisteswissenschaften? Philosophische und literaturwissenschaftliche Perspektiven, Baden-Baden 2019, S. 189 – 203.
  • Die Ehe, In: Döblin-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, hrsg. v. Becker, Sabina, Stuttgart 2016, S. 223 – 228.
  • mit Tilmann, Elisabeth. Tagungsbericht: Herrschaftserzählungen. Wilhelm II. in der Kulturgeschichte. Tagung des Graduiertenkollegs „Faktuales und Fiktionales Erzählen“, Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) vom 17.07.2014 – 19.07.2014 http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5761.

Wissenschaftliche Vorträge:

  • An allen Orten zugleich – Glokales Erleben und Digitalisierung in der Literatur.
    Tagung Digitalisierung: Erzählen von einer Zäsur am 21./22. Januar 2021 an der Universität Innsbruck (Teilnahme bestätigt).
  • Interventionen der Girls. Literarische Spielarten feministischer Aktion.
    Tagung Von der Anekdote zum Hashtag – Perspektiven auf die politische Kommunikation kleiner (literarischer) Formen am 24.-25. September 2020 an der Universität Basel (Teilnahme bestätigt).
  • Live-Archive. Twitter als inszenierbares Notizbuch für Autor*innen.
    26. – 28. Februar 2020 auf der Tagung Schreiben, Text und Autorschaft – Zur Thematisierung, Inszenierung und Reflexion von Schreibprozessen in ausgewählten Medien und historischen Selbstzeugnissen an der Justus-Liebig-Universität Gießen.
  • Debatten zwischen Retweets, Favs und Drukos – Twitter als Kommunikationstool in den Geisteswissenschaften.
    19./20. Februar 2020 auf der Tagung Geisteswissenschaften in den 2020ern im FRIAS an der Universität Freiburg.
  • Hinterland of the Mind: Travel and Movement in German Beat Literature.
    Am 10. Oktober 2019 auf der 8. Jahreskonferenz des European Beat Studies Network zu Moving Geographies. Literature of Travel and Migration, 9.-12. Oktober 2019 in Nikosia, Zypern.
  • Das Hinterland des Paradieses – Erzählungen aus den Abgründen des Hippietraums. Am 20. September 2019 auf der Tagung Glücksversprechen. Inszenierungen und Instrumentalisierungen alternativer Lebensentwürfe in den Gegenwartskulturen 19./20. September 2019 an der FAU Nürnberg-Erlangen.
  • On the road to the BRD. Deutsch-amerikanischer Literaturtransfer im Zeichen der Beatliteratur.
    Am 15. Juli 2017 auf der Nachwuchstagung Literaturkontakte. Texte – Kulturen – Märkte im Literaturbüro Freiburg.
  • Vorstellung des Dissertationsprojekts auf der Siebten Sommerakademie Schweizer Literatur Avantgarden und Avantgardismus. Programme und Praktiken emphatischer kultureller Innovation vom 26. Juni – 1. Juli 2016 im Centre Dürrenmatt in Neuchâtel, Schweiz.

Lehrtätigkeit:

SoSe 2019: Rebellen im Literaturbetrieb. Beat- und Undergroundliteratur in West
Deutschland 1960 – 1980.

Preise und Stipendien:

2016: Freiburger Förderpreis zur Unterstützung eines Forschungsaufenthalts im Literaturarchiv Marbach

2014/15: Baden-Württemberg-Stipendium für ein Studienjahr in den USA

 

Teilnahme an Akademien:

26. Juni – 1. Juli 2016: Siebte Sommerakademie Schweizer Literatur Avantgarden und Avantgardismus. Programme und Praktiken emphatischer kultureller Innovation im Centre Dürrenmatt in Neuchâtel, Schweiz.

17.- 31. August 2013: Weimarer Sommerkurs Bürgertum und Zivilgesellschaft. Das „Laboratorium Weimar“ als Lernort gesellschaftspolitischer Utopien.

 

 

Mitgliedschaften:

 

Mitglied des European Beat Studies Network